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Werwolftragödie

 Das Buch erscheint Ende 2020.

 

Penzlin, 1955. Mein neues Buch führt in die Fünfzigerjahre nach Punschendörp (Penzlin) in Mecklenburg-Vorpommern. Das Mädchen Ruth beobachtet den jüngeren Till beim Fischen am Penzliner See. Sie freundet sich mit ihm an. Ruth erzählt ihre ergreifende Familiengeschichte, über die man zu Hause einen Mantel des Schweigens legt. Ruths Bruder Rudi gehört zu den minderjährigen Opfern der sogenannten Werwolftragödie, die sich in Mecklenburg-Vorpommern 1945/46 ereignet hat. Unter dem Vorwand der Planung terroristischer Akte gegen sowjetische Truppen stellte der sowjetische NKWD wahllos herausgegriffene Jugendliche aus Malchow, Penzlin und anderen Orten vor ein Militärtribunal. Sie sollen Waffenlager angelegt, Anschläge vorbereitet und den "Werwölfen" angehört haben. Rudi wird zu 25 Jahren Lagerhaft verurteilt, andere verlieren unter unmenschlichen Haftbedingungen ihr Leben oder werden nach einem kurzen Prozess erschossen. Als man Rudi nach einigen Jahren aus dem Gefängnis Bautzen in die junge DDR entlässt, setzt sich das Unrecht, von dem die kleine Schwester Ruth Zeugin wird und berichtet, weiter fort. Ruth beschreibt ihren abwesenden Bruder als das "Gespenst am Tisch der Familie" und offenbart damit, dass sie selbst Betroffene der Werwolftragödie geworden ist.

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